Erfahrungen mit der nichtinvasiven Blutdruckmessung mittels Monitor

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  • Hallo zusammen,


    das Saarland ist ja anscheinend das einzige Bundesland, in dem es keine Nichtinvasive Blutdruckmessung (NIBD) mittels des C3 gibt. Eine Petition diesbezüglich wurde abgelehnt mit der Begründung, diese Funktion bringe keinen Mehrwert gegenüber der palpatorischen Messung des RR.
    Jetzt wollte ich mal die Meinungen von Leuten hören, die diese Systeme schon nutzen und was die dazu sagen.

    110-Jungs die man ruft - 112-Männer die auch kommen!


    #WirBleibenZuhause

  • Als Krankenpfleger kenne ich nur ähnliche Systeme aus dem Krankenhausalltag und auch da nur im Funktionsbereich, war da aber recht großer Fan des Systems. Man startet die Messung und kann sich in der Zeit dann auch anderen Dingen widmen, die Messung an sich dauert zwar länger, aber man hat selbst die Hände frei, was anderes zu machen. Ich kenn mich jetzt nicht mit den Systemen im Rettungsdienst aus, aber unsere Monitore lassen sich auch zeitlich einstellen, dass sie alle 15 Minuten oder so messen, was den Verlauf natürlich gut darstellen kann. Außerdem halte ich die manuelle Messung für Fehleranfälliger, obwohl wir auch Situationen hatten, wo sehr komische Ergebnisse bei dem Gerät heraus kamen, die wir dann manuelle nachgeprüft haben.
    Aber wie gesagt, das nur als Erfahrung aus dem Krankenhaus mit dem Philips-Monitor, mit der Technik im Rettungsdienst bin ich leider nicht so vertraut.

  • Wir haben auf unseren RTW die X-Serie von Zoll. Bis auf ein paar alte RA, nutzen wir standardmäßig die automatische Messung.
    In 90% der Fälle funktioniert das auch. Ab und zu kommen schon mal komische Ergebnisse raus,
    welche zum Teil das Gerät auch selber erkennt, oder es dauert sehr lange und pumpt immer wieder auf, sodass wir die Messung abbrechen.
    Praktisch ist auch die automatische Intervallmessung. Z. B. zum Umlagern kann man ganz einfach den Schlauch von der Manschette lösen.
    Praktikanten müssen aber grundsätzlich händisch Messen. :D

  • Also wir in der Notaufnahme nutzen es zu 98% aller Fälle. Es ist einfach praktisch, und frisst keine Zeit da es nebenher läuft und man sich z.B der Anamnese widmen kann.

  • Es gibt eine einfache Regel:
    Je kritischer desto mehr wird manuell gemessen. Zumindest in der Erstversorgung.
    Während des Transports kann man dann gerne Manuel messen. Auch bei unruhigen Patienten ist die automatische Messung nicht geeignet, da jede Bewegung des Armes eine Ungenauigkeit des Wertes einrechnet.
    Ehrlich gesagt will ich die palpatorische und auskultatorische Messung nicht weglassen, nur weil das C3 oder Zoll dingsbums das auch kann.

  • Ich bin ein Fan


    So wird regelmäßig gemessen, wenn ein Intervall eingestellt ist.
    Manchmal gibt dies einem auch eine Üverblick über verstrichene Zeit.


    Wenns schnell gehen muss ist die Manuelle messung unschlagbar.


    Die Ergebnisse müssen Validiert werden.


    Bradykardien, flotte arrhytmien sorgen zuverlässig für Fehlmessungen


    Durch die Regelmäßigkeit der Intervallmessung wird die Patientensicherheit meiner Meinung nach Erhöht.
    zudem wird damit auch kein Personal gebunden.


    Zu zweit Unterwegs, kranker Patient mit langerer Versorgungsphase? - Sobald die Manschette mal dran ist, tut die ihren Job alleine mehr oder minder


    Corpuls nutzen wir
    hier wird die RR messung immer zuverlässiger. die Firma arbeitet sehr dran


    Ich möchte sie nicht missen.
    Ohne kann man sicherlich sehr gut auch arbeiten.
    Ich habe das arbeiten ohne gelernt, bin jetzt froh darauf zurück greifen zu können.


    In zeiten von covid_19 wo wir angehalten sind mit möglichst wenig Personal am Patienten zu haben ist es eben au h wieder eine arbeitserleichterung

  • Kenne hier eigentlich kein Rettungsdienst auf der Ecke bei dem die Funktion deaktiviert ist. Das einzige was ich immer mache ist das ich den 1. und extreme Werte nachmesse, da davon ja meine Therapie abhängt. Als großes Pro sehe ich wie gesagt auch das ich nen Intervall einstellen kann und alle 5 Minuten nen aktuellen Wert geliefert bekomme während ich andere Dinge erledige.

  • Hallo,


    da ich seit mehreren Jahren im RD unterwegs bin, gebe ich auch mal meinen Senf dazu. :whistling:
    Ich finde es als NotSan echt bequem, jedoch birgt die NIBD Gefahr, falsche Werte anzuzeigen. Dies ist aber bei den C3 durch eine Bewertung der Messung sehr gut transparent geworden. Wie gut die Messung war, wird dem Bediener durch ein bis drei Sterne angezeigt. Hier gibt es ein PDF (auf Seite 3), sind die Sterne zu sehen (sogar mit Erklärung ;) ).


    Ich gebe aber @Dumpfbacke auch recht.
    Außerdem hängt es von dem Einfluss der Ärzte etc. ab, ob im Saarland die NIBD freigeschaltet wird.


    @sb-modder
    Man muss aber auch bedenken, dass Krankenhäuser die Intubationsnarkosen (ITN) durchführen, nur NIBD Messungen verwenden(ok, bei einigen wird auch eine arterielle Blutdruckmessung gelegt...).


    Wieso sollte man es verbieten? Werden Gründe genannt? Was ist, wenn wir eine Rapid Sequence Intubation (RSI) durchführen müssen (Mit NA)? Gerade dort ist es essentiell den Blutdruck nebenbei messen zu können, um evtl. reagieren zu können. Oder bekommen die RTW´s keine NIBD, dafür die NEF´s? Dies würde mir sinniger erscheinen.


    Gruß Jones

  • Die Erstmessung erfolgt IMMER manuell mit Manschette. Der gediegene, faule Retter neigt aber dazu immer das C3 ranzuziehen.
    Was man bedenken muss; ich kann so schon schnell einen guten Ersteindruck meines Pat bekommen, Haut, Temp, etc.

  • Bei uns (Bayern) haben wir ebenfalls die Möglickeit eine automatische NIBP-Messung durch das LP15 durchzuführen, allerdings kann man einer automatischen Messung in der Regel absolut nicht vertrauen.
    Abgesehen davon braucht ein guter Mediziner keinen Schnickschnack wie NIBP oder SP02.
    Den angehenden RettSan und NotSan sollte lieber vermehrt die Patienteneinschätung durch anschauen und anfassen beigebracht werden! Mit einer manuellen Messung kann ich viel mehr über den Patienten sagen, als es eine automatische jemals tun wird.

  • In der Regel absolut nicht vertrauen -> was für ein Müll.


    Der 1. Druck ist immer selbst zu messen und nicht durch das Gerät, für Überwachungen und Verläufe ist die automatische RR Messung super und vollkommen ausreichend. Der C3 zeigt dir sogar, an wie gut er einen RR messen konnte. Bei uns liegen die Werte sehr selten außerhalb dessen, was automatisch gemessen wurde (Toleranzen inbegriffen). Passt etwas überhaupt nicht in den Zusammenhang wird es halt kontrolliert und ich kann ja trotzdem in gewisser Regelmäßigkeit überprüfen. Trotzdem bringt die automatische Variante einen absoluten Mehrwehrt und mehr an Sicherheit. Sollten Kollegen nur die automatische nutzen, ist das ebenfalls deren Glück/Pech.
    Außerdem sollte jeder NotSan in der Lage sein einen Patienten und nicht seine Parameter zu behandeln. Sollte das in Bayern nicht der Fall sein, oder es so nicht gelehrt werden -> euer Problem, aber Bayern steht ja gerne für seine eigenen Süppchen.


    Ihr könnt also komplett ohne SPO2 arbeiten? Respekt, ich bin lieber ein "schlechter" Mediziner und nutze meine Hilfsmittel, weiß aber auch wie diese zu Werten und benutzen sind!

    Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr

    Edited 2 times, last by Flo. NF ().

  • Also es geht hier um die Ergänzung der Maßnahmen durch die automatische RR-Messung.


    Dass ich die Werte immer in Relation zum Augenschein des Patienten betrachten muss, sollte jedem Rettungsdienstler bekannt sein.

    110-Jungs die man ruft - 112-Männer die auch kommen!


    #WirBleibenZuhause

  • Also es geht hier um die Ergänzung der Maßnahmen durch die automatische RR-Messung.

    und da bietet dir ein ordentliches System definitiv Entlastung und ein großes Plus an Sicherheit/Patientensicherheit. Lass bei kritischen Patienten z.B. im 5 Minuten Intervall die Maschine mitlaufen und es wird sicher der RR überwacht, man selbst kann den Kopf ja auch gerne mal woanders haben.
    Fehler kann jede Maschine machen, aber auch der Mensch! Deshalb die automatische RR Messung im Jahre 2021 zu verteufeln ... dann hat man sich mit der Thematik erst wenig beschäftigt.

    Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr

  • Deshalb die automatische RR Messung im Jahre 2021 zu verteufeln ... dann hat man sich mit der Thematik erst wenig beschäftigt.

    sag das mal unserem ÄLRD.
    Selbst der C3 des ITW hat nur die automatische arterielle RR-Messung, keine automatische NIBD-Messung

    110-Jungs die man ruft - 112-Männer die auch kommen!


    #WirBleibenZuhause

  • @JohN4/71/4 Also mit deinen Aussagen lehnst du dich einerseits sehr weit aus dem Fenster, andererseits ist es teils absoluter Humbug...
    Mit einer manuellen Messung kann ich vorn und hinten nicht mehr sagen als mit einer automatischen.
    Dass patientenorientiertes Behandeln erstes Ziel sein sollte ist zwar richtig, heißt aber nicht dass ein symptomloser Blutdruck von 200 systolisch gesund ist, nur weil der Patient keine Beschwerden hat.


    Eine automatische NIBP finde ich persönlich hervorragend. Natürlich sollte man nicht in der Form darauf ausbilden, dass man den Kopf verliert, wenn sie mal nicht funktioniert, doch kann sie sehr gut als Bestätigungs-/Ausschlussmethode genutzt werden. Ob ich jetzt zu Beginn der Behandlung manuell oder automatisch messe spielt dabei keine erhebliche Rolle.
    Spuckt zu Beginn das LP15 komische Werte aus (sehr hoch, sehr niedrig oder nicht zusammenpassend), wird manuell kontrolliert.
    Nennt mit der Kollege zu Beginn außergewöhnliche Werte, so lasse ich mein Gerät als Kontrollinstanz drüberlaufen.
    Vor allem bei doch recht niedrigen Drücken kann da eine automatische NIBP teilweise zuverlässiger messen als jeder Kollege mit gutem Stethoskop aber in lauter Umgebung.

  • Spuckt zu Beginn das LP15 komische Werte aus (sehr hoch, sehr niedrig oder nicht zusammenpassend), wird manuell kontrolliert.

    Bei mir passiert: C3 spuckt 122/81 aus und manuell nachgemessen kommt ein Wert bei 200 raus. C3 nochmal laufen gelassen und wieder 120.


    Ich finde die automatische Nicht invasive Blutdruckmessung eine gute Möglichkeit um automatisiert mir meinen Blutdruck ausgeben zu lassen, sprich wenn der Druide mal wieder seinen Zauber wirken lässt kann ich sehr zuverlässig mir einen Trend ausspucken. Mit dem entsprechenden Zubehör bekomme ich dann während des Einsatzes ohne Aufwand schöne Grafen gemalt, die automatisch per Protokoll an die Klinik gehen, ein Traum. Zu Beginn wird einmal manuell gemessen und wenn das C3 plausible Werte anzeigt wird das genutzt.
    Ein zweiter Vorteil sind natürlich die Alarme, so muss ich im Zweifel nichtmal wirklich viel auf das Gerät schauen.


    Vor allem bei doch recht niedrigen Drücken kann da eine automatische NIBP teilweise zuverlässiger messen als jeder Kollege mit gutem Stethoskop aber in lauter Umgebung.

    Scene Managment ;) Und in hektischen Situation misst dafür das automatische nix, weil sobald der bemessene Arm sich etwas mehr bewegt ist die Messung nicht mehr verwertbar, wenn das Gerät überhaupt etwas ausgibt.

  • Und in hektischen Situation misst dafür das automatische nix, weil sobald der bemessene Arm sich etwas mehr bewegt ist die Messung nicht mehr verwertbar, wenn das Gerät überhaupt etwas ausgibt.

    Deswegen sind mir die bewusstlosen Patienten einfach die Liebsten... Da ist nicht mehr viel mit Bewegung :D :D

  • Ja natürlich kann dir NIBP vieles erleichtern. Ich denke aber dass du @Eagle's Eye´meinen Gedanken missverstanden hast. Du kannst durch reines Anfassen des Patienten bzw fühlen des Pulses weit mehr sagen als dir ein automatisches gerät sagen wird und bei diser Meinung bleibe ich. Du kannst mit einem Griff feststellen, ob der Patient ehr Hypo oder Hypertherm ist, kannst Sagen ob der Puls regelmäßig ist, ob er Tachycard oder Bradycard ist, wie die generelle Hautbeschaffenheit ist und am Wichtigsten: du schaffst Nähe zum Patienten. Reines anfassen kann oft die komplette Situation beruhigen.

  • Wenn ich hier so manche Beiträge lese, hoffe ich das die jenigen nicht im Rettungsdienst tätig sind... :dash:


    Wer glaubt das die Automatische RR Messung immer korrekt ist, der glaubt auch heute noch an den Osterhasen ;)


    Nichts in genauer als die Manuelle Messung, vorausgesetzt der jenige kann das.

    Wer Rechtschreibfehler findet, darf diese auch behalten!
    Lieber locker vom Hocker, als hektisch übern Ecktisch!

    Lg DoMe

    Edited once, last by Mama ().

  • Du kannst mit einem Griff feststellen, ob der Patient ehr Hypo oder Hypertherm ist, kannst Sagen ob der Puls regelmäßig ist, ob er Tachycard oder Bradycard ist, wie die generelle Hautbeschaffenheit ist

    Kannst du ja trotzdem machen, gerade zum Beginn hab ich meine Blutdruckmanschette nicht parat und fasse auch so gerne mal ans Handgelenk. Hat mit dem Blutdruck gar nichts zu tun.
    (Und wie du ne Hypo-/Hyperthermie am Handgelenk einschätzen möchtest kannst du ja auch gerne erklären)
    Das ist jetzt keine Verteidigung des maschinellen Druck, aber dein Argument kann ich nicht nachvollziehen.


    Nichts in genauer als die Manuelle Messung, vorausgesetzt der jenige kann das.

    Naja um das ganz genau zu nehmen ist die Arterielle Messung genauer, wenn man sie richtig einstellt (Herzhöhe und so).
    Aber um ein Fullquote zu vermeiden: Wer behauptet denn das die Messung immer korrekt ist? Stell doch deine Aussage ein wenig in Zusammenhang, denn ich kapier nicht was du uns versuchst mit deiner Aussage auszudrücken.
    Der eine verteidigt die automatische Messung als nützliches Hilfsmittel, jemand anderes verzichtet lieber darauf. Die Aussage von @JohN4/71/4 ist denke ich etwas missverstänlich ausgedrückt. Ich glaube auch, dass im Erstangriff eine Sättigung und eine Blutdruckmessung dem Patienteneindruck hinten anzustellen sind, ein Verzicht wäre hingegen defintiv nicht förderlich.
    Korrigiert mich wenn ich falsch liege.