Kollabierte Person - ansprechbar

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  • Es gibt keine automatische Blutdruckmessung auf den Rtw's?
    Wie macht ihr das dann während des Transports?

    von Hand. Also meist pallpatorisch. Die Funktion ist zwar am Monitor (Corpuls 3) vorhanden, ist aber deaktiviert und auch wird keine Manschette mitgeführt.
    Bevor jemand fragt: auch auf den NEFs ist diese Funktion nicht drauf.


    Der BZ liegt bei 85mm/Fl.


    Der Notarzt - ein Anästhesist - will eine normale Narkose mit Propofol und Fentayl durchführen. Um die Vorbereitung der Medikamente kümmert sich aber der NEF-Fahrer mit Medis aus seinem Rucksack.

    110-Jungs die man ruft - 112-Männer die auch kommen!


    #WirBleibenZuhause

  • Ich würde den Notarzt nochmal an den nicht vorhanden seienden Blutruck erinnern und ihn bitten diesn zu heben.


    Kann ich zumindest Zentral oder zumindest Femural nen Puls tasten?


    Monitoring:
    - Kapnometrie an den Ambubeutel, am besten direkt hinter die Beatmungsmaske anschließen
    - kleiner EKG haben wir wohl schon
    - 12 Kanal Ableitung
    - NIBD - Messun alle 2 Minuten mind.
    - BZ Messung gemäß Herstelleranweisung
    - Kontrolle SpO2 Messung


    Ich muss zugeben das ich es sehr merkwürdig finde weder Palpatorisch noch Auskultatorisch einen Blutdruck ermitteln kann, aber eine zuverlässige Pulsoxy Kurve erhalte.


    Fehlen des Blutdrucks bedeutet ja auch fehlender Auswurf und dann befinden wir uns ja auch gleich schon wieder bei der Reanimation. Vielleicht denke ich hier auch gerade zu engstiernig und jemand möchte mich mal erleuchten

  • Fehlen des Blutdrucks bedeutet ja auch fehlender Auswurf und dann befinden wir uns ja auch gleich schon wieder bei der Reanimation. Vielleicht denke ich hier auch gerade zu engstiernig und jemand möchte mich mal erleuchten

    Kein Messbarer RR heißt nicht gleich Rea-Situation: durch z.B. Zentralisation ist die Durchblutung der Extremitäten eingeschränkt und dadurch kein RR messbar.
    Auch kann ein zu niedriger RR (>80 systolisch nicht mehr richtig palpatorisch, >60 systolisch nicht mehr richtig auskultatorisch) zum Misslingen der manuellen Messung führen.




    Ich muss zugeben das ich es sehr merkwürdig finde weder Palpatorisch noch Auskultatorisch einen Blutdruck ermitteln kann, aber eine zuverlässige Pulsoxy Kurve erhalte.

    habe mich anscheinend etwas falsch ausgedrückt - ja, es gibt eine Kurve, auch mit ausschlägen, doch diese sind sehr gering. Passen aber zum Carotis-Puls.


    Ihr vervollständigt das Monitoring um eine 12-Kanal-Ableitung und die Kapnografie.
    Ihr bekommt bei der Kapnografie einen Wert von 33 mmHg angezeigt.
    Bei dem ersten Ausdruck sind primär keine Veränderungen erkennbar.



    Der BZ liegt bei 85mm/Fl.

    meinte 85 mg/dl (habe mich am Tablet vertippt und nicht bemerkt)





    Der Notarzt leitet die Narkose ein. Dabei bemerkt ihr einen Abfall der SpO2-Sättigung auf 87%.
    Nach der Intubation steigt die Sättigung langsam bis auf 96%.
    Zur Kreislaufunterstützung bereitet der NEF-Fahrer eine Perfusorgabe von Akrinor vor.
    Bei einem erneuten EKG-Ausdruck stellt der Notarzt ST-Strecken-Hebungen in den Ableitungen in III, aVF und V5 fest.


    Wollt ihr vor Ort noch irgendwas machen?
    Welches KH wählt ihr aus?
    Wollt ihr eine Voranmeldung? Wenn ja, was?

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    #WirBleibenZuhause

  • Bei einem erneuten EKG-Ausdruck stellt der Notarzt ST-Strecken-Hebungen in den Ableitungen in III, aVF und V5 fest.

    Läuse und Flöhe gleichzeitig?!

    Quote from sb-modder

    Der Notarzt - ein Anästhesist - will eine normale Narkose mit Propofol und Fentayl durchführen.

    Bei der Kreislaufsituation sportlich, aber der gute Mann hat ja studiert und kommt auch noch aus der entsprechenden Fachrichtung. Ich hätte aber ein nicht ganz so kreislaufwirksames Hypnotikum empfohlen. Wir wirken ja schon mit einem Antihypotonikum entgegen.


    Die Anlaufstelle bleibt nach wie vor der Maximalversorger. Ich würde zudem noch eine medikamentöse Therapie des ACS starten. 300 mg Aspirin i.v. und 5000 i.E. Heparin i.v.

    Edited 2 times, last by Janku ().

  • Die Anlaufstelle bleibt nach wie vor der Maximalversorger. Ich würde zudem noch eine medikamentöse Therapie des ACS starten. 350 mg Aspirin i.v. und 5000 i.E. Heparin i.v.

    Sicher, dass du dies bei einem Verdacht auf eine ICB machen willst?

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  • wenn ich eine ACS Therapie vornehmen wollen würde, würde ich 500mg ASS geben, aber bei einer Blutung im Kopf musst du mir noch ein paar mehr Argumente liefern, die mich zu dieser Entscheidung bringen würden.
    Zur Zeit fällt mir kein Grund ein, warum wir den Patienten damit vermutlich zum Deckengucker machen sollten.


    Oh...zu spät

  • wenn ich eine ACS Therapie vornehmen wollen würde, würde ich 500mg ASS geben, [...]

    Ich habe 300 mg ASS in den Raum geworfen, da diese meinen Handlungsempfehlungen entsprechen. Es gibt bundesweit unterschiedliche HE und SOP's die mehr empfehlen, das ist mir klar. Notarzt ist ja mit von der Partie, somit kann gerne desen Wunsch erfüllt werden.

  • OK, ihr verzichtet auf die Gabe der ACS-Medikation und fährt stattdessen zügig mit Signal unter Voranmeldung in den Schockraum des Maximalversorgers.


    Ich bedanke mich für die zahlreiche Teilnahmen.


    Dieser Fall habe ich so ähnlich selber erlebt.
    Die Werte sind in etwa (nicht hunderprozentig) an die Werte von damal angelehnt.


    Wie auch hier lag unsere Patientin in SSL auf der Straße. Auch war die Situation des Geschehens, also plötzlicher Kollaps während dem Gespräch mit Nachbarn, identisch.
    Der erste Unterschied lag hier bei dem Wochentag und dem dadurch angepassten Standort des NEF eurer Wache: In Real war es ein Sonntag, da steht das NEF auf der Wache (und nicht am KH), doch bei unserer Alarmierung war das NEF nicht im Stall.
    Da direkt beim Ersteindruck der Herdblick und die Pupillendifferenz aufgefallen ist und keine adäquate Reaktion kam, wurde direkt das NEF nachbestellt und die Patientin direkt in den RTW verfrachtet. Hier wurde direkt mit einer assistierten Beatmung begonnen und auch der i.v.-Zugang vorbereitet.
    In unserem Fall war das NEF etwas schneller da, aber im Grunde verlief der Ablauf ähnlich.
    Die Nachbarin, die den Schlüssel hatte, ging in die Wohnung der Patientin und kam mit einer Medikamentenschachtel zurück. War ASS100. Mehr wussten wir aber nicht.
    Die Patientin wurde in Narkose versetzt (ich weiß leider nicht mehr genau, welche Medikation, da dies der NEF-Fahrer übernahm - also das aufziehen der Medikamente).
    Und auch war der RR nicht messbar. Auch die ST-Hebungen waren vorhanden. (Wir dachten auch schon an Läuse und Flöhe zusammen)
    Im KH angekommen konnte ein RR auskultatorisch gemessen werden - dieser Lag bei etwa 100mmHg systolisch, Diastole war nicht messbar.
    Im Schockraum wurde ein neues 12-Kanal-EKG geschrieben, wo keine ST-Hebungen mehr erkennbar waren. Ursache war vermutlich eine Ischämie in Folge von Sauerstoffmangel während der Behandlung.
    Die Patientin wurde dann ins CT für ein Schädel-CT gebracht. Da bestätigte sich unsere Verdachtsdiagnose nicht. Es wurden keine Blutungen und auch keine Gerinsel bzw. Verstopfungen entdeckt.
    Auch im Laufe des Tages (War der erste Einsatz in der 12h-Schicht) konnten wir nichts in Erfahrung bringen.
    Die Ursache für den Kollaps und die Symptome haben wir als RTW-Besatzung nie erfahren.

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  • Kurioser Fall! Es ist immer ein bisschen unbedfriedigend wenn selbst die Klinik keine Ursache feststellen konnte, oder man nicht gar nicht mehr weiß, wie es mit dem Patienten nach der Präklinik weiter ging. Das ist ja aber völlig normal im Rettungsdienst und daran hat man sich gewöhnt.


    Nettes Fallbeispiel. Danke dafür! Das war für mich das erste Fallbeispiel in diesem virtuellen Rahmen. Es hat Spaß gemacht und bringt auch den gewissen Lerneffekt, bzw. eine gute Denkübung.

  • Interessanter Fall.
    So was Fragen aufwerfendes hatte ich auch schon mal.


    Ich beschreibe mal kurz meinen Fall von damals, der sicherlich von dem Maßnahmen nicht ganz so anspruchsvoll war.



    Wochentag, Nachmittag.
    RTW wird an die Adresse eines Pflegeheims alarmiert. Meldung: "unklare Bewusstseinsstörung"


    Dort Angekommen, lag in einem PKW auf dem Fahrersitz eine zirka 50 Jährige Frau, die geschätzt eine GCS 8 (Augen: 2, Verbal: 2, motorisch Reak.: 4). Ein Verkehrsunfall konnte ausgeschlossen werden (PKW stand in einer Parklücke). Wir packten die Dame zügig in den RTW.


    Befund:
    c: Kaltschweißig
    A: unauffällig
    B: 8 AF, beseits gut belüftet, SpO2 98%
    C: BD 80/40, EKG Sinusrhythmus 55 Freq.
    D: GCS 8, Pupillen träge, isokor, BZ 110 mg/dl
    E: "frisch abrasierte Haare"??


    Während der Untersuchung kam die Mutter (Bewohnerin der Pflegeheims) dazu, die ihre Tochter für unauffällig und medizinisch Gesund beschrieb. Beide wollten zusammen einen Ausflug machen.


    Wir haben ein NEF angefordert. NA hat selbst kurz Untersucht. Es gab lediglich dann noch Akrinor wegen dem niedrigen BD, auch keine Besserung der Vigilanz, nach dem BD 130/70 war.


    Im KH wurde sie sofort ins CT geschoben, keine Auffälligkeiten.


    Später stellte sich eine Blutalkoholwert von 4,2 Promille heraus. Sie lag 24h auf Intensiv.
    Interessant dabei: es gab zu keiner Zeit hinweise auf eine Alkoholintoxikation.