Freiwillige Feuerwehr - Ein System für die Zukunft ?

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  • @sb-modder: So ist es werden nie alle Kameraden mit einer Entscheidung zufrieden sein, das wird sich nie ändern.


    Hätte man auch ggf. prüfen können ob entsprechende andere Wehren hätten dort die Hilfsfrist halten können. Notfalls könnte man ja einen "großen" gemeinsamen Standort nehmen und eine zweite Wache in Form von Garage+Umkleide für ein TSF-W/MLF/LF bauen können. So das halt Ausbildungsdienst etc. alles in einer Wache stattfindet und bei Einsätzen direkt am zweiten Standort wohnende Kameraden von dort ausrücken.
    Auch so kann man ja schon sparen wenn Büros/Werkstätten/Schulungsräume/JF-Raum etc. nicht doppelt vorgehalten werden müssen.

    Bei uns gelten halt die Fristen „9 Einsatzkräfte 8 Minuten nach Alarmierung“
    Wir haben aktuell schon am aktuellen Standort Ausrückezeiten von 4-5 Minuten.
    Und bei einem neuen Standort, der bei einer gemeinsamen Nutzumit der anderen Wehr infrage gekommene wäre, hätten wir allein eine Anfahrt von 5-6 Minuten zur Wache.
    und eine Zusammenarbeit mit der anderen Wehr war ja sogar von unserer Wehr gewollt.


    In der Hilfsfrist könnten dann gerade noch 3 oder 4 Straßen erreicht werden - und die gefährdeten Gebäude wie Altenheim und Psychiatrie sind nicht unter 12 Minuten zu erreichen.
    Und wir sind normalerweise die Einheit, die tagsüber immer eine Staffel zusammen bekommen.

    110-Jungs die man ruft - 112-Männer die auch kommen!


    #WirBleibenZuhause

  • Bei uns ist die Hilfsfrist 13 Minuten wobei davon alleine 4 Minuten für Feststellung+Meldung des Brandes und die Alarmierung durch die IRLS entfallen, macht 9 Minuten Ausrückezeit ab der Alarmierung.
    Festgeschrieben ist auch bei uns das nach 9 Minuten mindestens eine Löschgruppe (1/8) und nach weiteren 5 Minuten eine Staffel (1/5) am Einsatzort sein müssen.
    Davon bleiben für die tatsächliche Anfahrt nach Errechnung nur 4 Minuten.
    Dies soll in 90% der Einsätze gewährleistet werden können.
    In wie fern das aber nur ansatzweise der Wirklichkeit, vorallem tagsüber in der Woche entspricht lass ich aber mal dahingestellt.


    Wie gesagt könnte man ja auch mal anderen Ideen nachgehen. Eine zentraler Wache die einen Teil abdeckt wo Büro´s, Lager, Schulungsräume, Küche, Werkstätten vorhanden sind und dann ein zweites Gerätehaus wo nur ein LF untergestellt ist mit sanitären Anlagen und Umkleiden. Dieser wird dann nur durch die unmittelbar in der Nähe wohnenden Kräfte besetzt.
    Selbst so kann ja schon reichlich Geld eingespart werden, wenn diese Räumlichkeiten nicht doppelt geschaffen werden müssten.
    Aber ich bin weder Mitglieder euerer Wehrleitung, noch sitze ich in euerem Stadtrat :D

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    MFG Maxxam

  • Ich hab ja meine Meinung schon kundgetan.. Beitrag #12
    das Beispiel in Weil am Rhein stellt sich mir aber aus näherer Betrachtung eher als Quervergleich zu Lörrach wo die Zusammenlegung tendenziell in Arbeit ist von 2 Abteilungen und dies auch funktionieren kann.


    Wobei man dein Beispiel mit 3 TSF/LF8 mit 0-3 Kräften überlagernd sicherlich auf Weil am Rhein übertragen kann. Die beiden kleineren Abteilungen (Ötlingen und Märkt) verfügen je über ein LF 8/6 (& MTW) die große Abteilung Haltingen über ein HLF 10 (bis letztes Jahr wars LF 16/12) und LF-KatS.
    Es ist nun mal eben diese Differenz mehre Standorte = evtl. weniger Kräfte dafür aber evtl. minimal früher oder längere Anrückzeiten dafür ein gemeinsames starkes ausrücken?
    Beides ist nicht unkritisch zu sehen. Kritisch ist immer die Qualifikation - sprich Atemschutzgeräteträger und Maschinist (Führerscheinproblematik). Wenn das Fahrzeug nicht ausrückt weil keiner Fahren kann ist das gravierend schlecht. Wenn sich neben dem Fahrer nur einer von vllt. 3 Leuten (Besatzung 0/3 o. 0/4, 1/2 oder 1/3 im Mannschaftsraum mit PA ausrüsten kann) ist das vllt. nicht gut aber wenn das andere LF auch so ausrückt hat man den Trupp an der EST.



    Aber das stellt ja wie bekannt das gute alte System "Gruppe im Löscheinsatz" in Frage.. es ist schon Interessant das sehr viele Hauptamtliche Feuerwehren gar nicht mehr in Staffel agieren sondern nur noch mit 1/3. Auch im Bezug auf Hilfsfristen sind größere Feuerwehren in Städten (z.B. 25.000 EW/Rottweil) darauf angewiesen mit 1/5 auszurücken - und zwar nicht erst seit Corona.


    Ich halte es wie beschrieben für realistisch das in 10 Jahren [LANGZEITLÖSUNG]* (um mal ein Horizont zu setzten) mehr Feuerwehren Hauptamtliches Personal benötigen und in mittleren Städten (Grenze ist so 35.000 - 40.000 bzw. 300 - 400 Einsätze) eine Tages-Besatzung von 1/1/5/7 eingeführt wird (HLF 1/3 + SoFzg 1/1 + ZFvD)


    Auch ein gutes Beispiel in einer Stadt vor den Toren Münchens 2 Stadtteilwehren gibt es in 20.000 Örtchen
    https://www.sueddeutsche.de/mu…-ausrueckzeiten-1.5118147
    PU-Bahnhof 2019 217 Einsätze


    Insgesamt ist das Problem bzw. besser gesagt eine Problemlösung nicht ersichtlich zumindest kurzfristig. Was das für das Land heißt weiß jeder. Entweder man arbeitet zusammen (auch über die Gemeinde und Kreisgrenzen!!) oder es schaut düster aus.
    *Die Langzeitlösung wird vor allem in Städten greifen. Schaut euch doch um wo 2009 noch keine DLK/TM/HAB stand (ggf. wenn überhaupt ne AL) und was heute 2020/morgen 2021 Sachlage ist. Wie viel Städte nun ein HuRF haben oder besser sogar nun 2 haben (bzw. 3). Das ist nichts anderes als beim Hauptamt..


    Gruß

    Immer an das gute denken.. alles hat einen Sinn und ein Ende

  • @Heros 22/51: Kenne auch mehrere dieser Lösungen bei uns im näheren Umfeld, wo mehrmals zwei Standorte, 1x drei und 1x sogar 3 Ortswehren (davon eine schonmal zusammengelegt worden) fusioniert haben und gemeinsam eine eigene Wache haben oder noch bekommen. Leider sind in der letzten Lösung nur noch Kameraden von zwei ehemaligen Wehren noch dabei.
    Bei den meisten ist diese Lösung jedoch von selbst gekommen um die Einsatzbereitschaft zu erhalten und zu verbessern.
    Zukünftig wird da bei viele Wehren in ländlichen Gegenden kein Weg vorbei gehen.
    Ob man auch wirklich in jedem 200-500 Einwohner Dorf einen TSA oder ein TSF heutzutage noch braucht und die Wehr in zehn Jahren 3 Einsätze hat ist ja wieder was anderes.


    Naja sollte man sich zukünftig für so ein Redezvous-Verfahren entscheiden, sollte aber auch die Fahrzeug entsprechend angepasst werden, dann weiterhin überall Gruppenfahrzeuge zu haben ergibt nur sehr wenig Sinn.


    Hauptamtliche Kräfte sind ja wieder eine andere Geschichte.


    Naja in einigen Städten durchaus möglich, wie gesagt könnte ich mir ein freiwilliges Bereitschaftssystem vorstellen wo freiwillige Kameraden sich für mehrere Stunden in der Wache aufhalten und ggf. den ersten Abmarsch sicherstellen. Sollte günstiger sein wie eine voll hauptamtliche Wehr.
    Auch werden die Kräfte dann wohl eher beim Bauhof oder der Verwaltung angestellt und erfüllen dort normaler Arbeit und rücken bei Bedarf nur mit aus.
    Das es flächendeckend in so kleineren Städte in Zukunft hauptamtliche Kräfte geben wird bezweifel ich.
    Auch da ja schon seit einigen Jahren auch die Bewerbungen an hauptamtlichen Stellen stark zurückgegangen sind, sollten mehr Stellen wohl nicht wirklich besetzbar sein.


    Das wird man in Zukunft sehen, was sicher ist das die Mitgliederzahlen wohl deutlich sinken werden und nicht jede Wehr diesen Wechsel überleben wird und auch weitere Zusammenlegungen folgen werden.
    Naja da wären wir wieder bei dem Thema das Feuerwehrwesen ggf. ganz aus der kommunalen Hand zu nehmen und kreis-, landes- oder bundesweit zu vereinheitlichen und die Ausstattung entsprechend anzupassen.

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    MFG Maxxam

  • Naja in einigen Städten durchaus möglich, wie gesagt könnte ich mir ein freiwilliges Bereitschaftssystem vorstellen wo freiwillige Kameraden sich für mehrere Stunden in der Wache aufhalten und ggf. den ersten Abmarsch sicherstellen. Sollte günstiger sein wie eine voll hauptamtliche Wehr.

    Tagsüber zur besetzen Arbeitszeit? Also entweder du bezahlst die Leute echt oder du lässt so einen Mist sein.. das funktioniert von Fr 20 Uhr bis Sonntag 20 Uhr.. aber danach nicht mehr.. und ist auch Arbeitszeitrechtlich extrem gefährlich.


    Das es flächendeckend in so kleineren Städte in Zukunft hauptamtliche Kräfte geben wird bezweifel ich.

    Wenn wir NRW mal auslassen sind gerade in Süddeutschland extrem viele Städte mittlerer Größe mit einem gewissen Hauptamtlichen Stamm vertreten im Tagdienst. Das hierbei noch keine gesicherten 1/3 vllt. erreicht werden mag durchaus sein aber es ist vorhanden. Außerdem wer macht dann künftig die ganze anfallende Arbeit auch das wird in Ehrenamt nicht mehr langfristig tragbar sein selbst in kleineren Kommunen. In Ostdeutschland sieht man es an Hand der neueren Berufsfeuerwehren in Suhl oder Mühlhausen (beides Thüringen).

    Auch da ja schon seit einigen Jahren auch die Bewerbungen an hauptamtlichen Stellen stark zurückgegangen sind, sollten mehr Stellen wohl nicht wirklich besetzbar sein.

    Woran liegt das wohl? Einerseits an fehlender Qualifikation. Es gibt immer noch Städte die ganz klar auf Handwerkliche Ausbildung pochen auf Teufel komm raus. Das funktioniert aber nicht. Du hast genug Verwaltungs und Büroarbeitsplätze (und anderen Bedarf) wo auch kaufm. Ausbildung ausreichend sind. Außerdem ist der Weg Schule-> Berufsfeuerwehr einfach noch zu unterentwickelt. Außer in Frankfurt (Stadt & 2 WF) und Hamburg geht da nicht wirklich was. Ob man den Bedarf nun deckt oder nicht ist egal. Dann kommt leider auch dazu das die Besoldungstabelle einfach nicht mehr der Zeit gerecht ist. Klar man wird Beamter usw. Aber viele verdienen in ihrem gelernten Beruf bereits nach 1-2 Jahren schon ordentlich.


    Der Stellenmarkt ist überfrachtet schau doch mal im Internet. Selbst wenn du keine B-Ausbildung aufweisen kannst gibt es z.B. in BW die Möglichkeit über andere Wege diesen weg einzuschlagen das behalten sich viele Städte vor die meinem Beispiel (30-50.000 EW) vor und stellen auch so ein. Spricht ja nichts dagegen.


    Das wird man in Zukunft sehen, was sicher ist das die Mitgliederzahlen wohl deutlich sinken werden und nicht jede Wehr diesen Wechsel überleben wird und auch weitere Zusammenlegungen folgen werden.

    Die Kernfrage ist wie viel/oft willst du zusammenlegen? Du kannst ja nicht sagen in Gemeinde A werden beide Abteilungen fusioniert und weil das nicht ausreicht auch mit der einzigen Abteilung aus Gemeinde B. Das ist ja auch finanziell ein Thema.. (FwHaus z.B.). Man ist im ländlicheren Raum drauf angewiesen das die Zusammenarbeit gestärkt wird und verbessert wird. Dazu zählt meiner Ansicht nach auch die Ausrüstung zukunftsorientiert zu gestalten mit dem Muster "Weniger ist manchmal Mehr" ob das jetzt ein HLF20 oder nur ein MLF ist darum geht es nicht sondern wie effektiv die Kräfte damit arbeiten. Geräte wie WBK im IA oder B-Haspeln bei der WV erleichtern die Arbeit. Schiebleiter ist schön aber kein Personal <-> überflüssiges Gewicht.
    (Auch im Bezug auf meine HuRF Thematik weiter oben)


    Naja da wären wir wieder bei dem Thema das Feuerwehrwesen ggf. ganz aus der kommunalen Hand zu nehmen und kreis-, landes- oder bundesweit zu vereinheitlichen und die Ausstattung entsprechend anzupassen.

    Das wird tendenziell eher Schief gehen. Sowohl Ausrüstungstechnisch (siehe wie schlecht der Bevölkerungsschutz funktioniert, als auch der Bedarf an LF/SW-KatS) als auch Personell (Pflichtfeuerwehr <-- beißt sich --> Tagsverfügbarkeit)

    Immer an das gute denken.. alles hat einen Sinn und ein Ende

  • @Heros 22/51:


    1. gibt zumindestens bei uns sehr viele Schichtarbeiter, welche auch unter der Woche mal zuhause sind oder Nachtschicht/Spätschicht haben und somit auch vormittags verfügbar wären.
    Also gäbe es da genug Leute. Mal abgesehen das dazu ja zumindestens bei uns noch Mitarbeiter der Stadtwerke, Bauhof und Verwaltung ebenfalls in der Feuerwehr sind und somit ja auch zusätzlich noch verfügbar wären.
    Bei Leuten die von Mo.-Fr. 8-16 Uhr arbeiten ist das natürlich nicht möglich. So ein Bereitschaftssystem mit entsprechenden Bereitsschaftsgeld wäre deutlich günstiger, wie 24/7 eine hauptamtliche, im besten Fall auch noch verbeamtete hauptamtliche Staffel zu haben.


    2. diese Städte hatten auch vorher schon hauptamtliche Kräfte, ausser das diese jetzt "Berufsfeuerwehr" heißen und "verbeamtete Kräfte" ausrücken, hat sich da nicht viel geändert.
    Gibt auch bei uns in Sachsen die Berufsfeuerwehren Bautzen (ca. 39.000 Einwohner), Görlitz (ca. 56.000 Einwohner), Hoyerswerda (ca. 32.000 Einwohner) und Plauen (ca. 65.000 Einwohner) welche wie auch deine genannten Beispiele fernab von 100.000 Einwohnern sind, jedoch rücken auch diese mit geringen Personal aus und entsprechen so eher einer hauptamtlichen Wache, hatte aber mehrere Gründe warum diese aus der eine BF gemacht haben.
    Rücken aber auch alle samt in umliegende Gemeinden aus.


    Ich bezog mich auch eher auf Städte mit 10-20.000 Einwohner bei meiner Aussage. Und selbst wir haben bei unter 12.000 Einwohnern zwei hauptamtliche Gerätewarte, dagegen spricht ja wie schon weiter oben erwähnt nicht (Versorgungsfahrten, Atemschutzgerätewarten, Schläuche zur Schlauchwerkstatt fahren, Werkstattfahrten, Fahrzeugpflege... und das wichtigste die aufwändige Dokumentation)
    Aber zwei Kräfte sind noch keine hauptamtliche Wachbereitschaft mit 4-6 Mitarbeitern, das wäre auf die Größe nicht tragbar. Aber eine Entlastung ist es halt schon wenn nicht mehr alles von Ehrenamtlern gemacht werden muss.


    3. Da gebe ich dir Recht, manche haben da noch sehr veraltete Ansprüche, auch wenn man sieht das ja ein Großteil der BF´s sogar noch zusätzlich im Tagdienst Gerätewarte eingestellt hat und die Wachbereitschaft kaum noch in den Werkstätten mitarbeiten, wollen sie Handwerker :D
    Wobei wie du schon erwähnt hast auch andere Berufsfelder durchaus interessant sein könnten.


    Ja noch gibt es genug Bewerber, aber die Zahl ist schon deutlich gesunken und bei zeitgleich steigenden Stellenbedarf durch mehr hauptamtliche Wachabteilungen wird es wohl zukünftig schwer noch geeignete Bewerber zu finden.


    4. Wie gesagt nicht überall werden Wehren zusammenlegbar sein, kenne aber genug Beispiele wo entsprechende Wachen von Ortswehren nur knapp einen Kilometer auseinanderliegen, dort würde ist logischerweise gut klappen und auch noch die Hilfsfrist wäre haltbar. Übrigends genanntes Beispiel mit den drei Feuerwehren, das sind zwei Feuerwehren aus einer Gemeinde und eine Feuerwehr der Nachbargemeinde. Wie das aber alles mit Finanzierung und so weiter geregelt ist kann ich dir nicht sagen.
    Haha das ich nicht lache :D Komm mal in unseren Kreis da siehst de wie man die Zusammenarbeit stärkt :D :D :D Hier kauft jede Gemeinde plötzlich ein TLF 4000, weil das Hydrantennetz verkleinert wird, selbst Wehren die in 20 Jahren nicht einmal ein TLF angefordert haben und schon in der Nachbargemeinde so eine Wasserkuh steht :D
    Kann dir da noch hunderte Beispiele nennen wie gut hier die Zusammenarbeit meist nicht vorhanden ist...
    Naja die Problematik mit der Schiebleiter ist halt das diese bei gewissen Gebäudehöhen mitgeführt werden muss, zumindestens auf einem Löschfahrzeug, um die Menschenrettung zu gewährleiten, dann kann man die leider nicht weglassen. Aber so Sachen wie Schnellangriffshaspeln etc. da kann man natürlich sparen und auch so an Sachen die man draufpackt neben der Norm.


    5. Wie erwähnt komm mal in unseren Landkreis, wenn du siehst wie 700 Einwohner Dörfer (mit Tendenz zur sinkenden Einwohnerzahl) vier Einsatzfahrzeuge rumstehen haben die in 20 Jahren keiner mehr besetzen kann. Jede Gemeinde ohne Plan Fahrzeuge kauft (gerade in Bezug auf TLF 4000, im besten Fall noch mit Staffelkabine....) dann wirst du mir da Recht geben das es deutlich sinnvoller wäre das aus der kommunalen Hand zu nehmen. Auch das die Beschaffung von einem HLF 10 deutlich teuerer ist wie die Beschaffung von 100 HLF 10 für ein ganzes Bundesland auf einmal das wären massive Kostenersparnis. Durch die regionale Organisation gibt es weniger Doppelbeschaffungen, die AAO kann besser eingetaktet werden (da nicht die Gemeindefeuerwehren zwingend alarmiert werden müssten sondern nur ein Teil dieser+die nähere Feuerwehr. Zusammenlegungen von Feuerwehren evtl. andere Kommunen welche in unmittelbarer Nähe zueinander liegen...
    Wie erwähnt muss es ja nicht bundesweit zusammengelegt werden, aber zumindestens eine kreisweiter Organisation würde da deutliche Vorteile und auch Kostenersparnis bringen.
    Pflichtfeuerwehr ist da wieder ein ganz anderes Thema, da traut sich auch kaum eine Gemeinde diesen Schritt zu gehen, eher lösen sie dann eine Feuerwehr auf.
    Naja beim Thema LF 20 Kats und SW, hier ist der Bund nicht prinzipiell Schuld, die Beschaffen nur das wofür die Länder Bedarf anmelden.


    Pflichtfeuerwehr ganz heikles Thema... Wobei wir da wieder beim Thema Zusammenlegungen und Kostenersparnis wären, wo würdest du eher eintreten? In eine Wehr mit 30 Jahre alten TSF in einer alten Scheune oder eine Wehr mit schicken LF 10/MLF, einen MTW und einer schönen modernen Wache?

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  • Bei Leuten die von Mo.-Fr. 8-16 Uhr arbeiten ist das natürlich nicht möglich. So ein Bereitschaftssystem mit entsprechenden Bereitsschaftsgeld wäre deutlich günstiger, wie 24/7 eine hauptamtliche, im besten Fall auch noch verbeamtete hauptamtliche Staffel zu haben.

    Ich habe ja auch nicht von 24/7 gesprochen sondern von einer Tag-Wache "gesicherte" Tagesalarmverfügbarkeit. Das Bereitschaftssystem in allen ehren aber Arbeitszeitrechtlich extrem knifflig. Zumal warum kommt der Schichtarbeiter in seiner freien Zeit Tagsüber nicht wenn der Melder geht? Weil er sich ausruht.. wieder Nachtschicht hat.. ist für mich eher das Argument das man für den Dienst eine Gegenleistung erhält. Wobei das meiner Ansicht nach eh Sinnvoll wäre (gibt ja so viele Beispiele ob nun FW-Rente, Vergünstigungen á kostenlos ins Freibad etc)



    diese Städte hatten auch vorher schon hauptamtliche Kräfte, ausser das diese jetzt "Berufsfeuerwehr" heißen und "verbeamtete Kräfte" ausrücken, hat sich da nicht viel geändert.

    Du sagst es. Allerdings sind die meisten hauptamtlichen heutzutage schon Beamte. Wenn nicht darfst du nicht wundern das dir die Kräfte weglaufen sofern sie nicht gebunden sind (Familie, Heimat..).


    Ich bezog mich auch eher auf Städte mit 10-20.000 Einwohner bei meiner Aussage. Und selbst wir haben bei unter 12.000 Einwohnern zwei hauptamtliche Gerätewarte

    Ok. Dann ist es was anderes. Aber auch in solchen Kommunen müssen aktive Lösungen her.


    Aber zwei Kräfte sind noch keine hauptamtliche Wachbereitschaft mit 4-6 Mitarbeitern, das wäre auf die Größe nicht tragbar. Aber eine Entlastung ist es halt schon wenn nicht mehr alles von Ehrenamtlern gemacht werden muss.

    Klar. Aber 2 Funktionen gesichert bedeuten nun mal 4-6 Leute die du bezahlen musst und zwar 100% Feuerwehr. Führt aber auch dazu das wie gesagt alles im Kleinkram Tagsüber durch die wegfällt. Überland DLK/RW/TLF z.B. Notfalltüröffnungen usw. Wenn man deine Bereitschaftsidee/Bauhofmitarbeiter hat die auch gut greifbar sind bekommst du gut ne Staffel hin und mit einer Staffel kann man eine Menge erreichen. Dann dauert ein Müllcontainerbrand halt mal 10min länger als mit einer Gruppe...


    Wie gesagt nicht überall werden Wehren zusammenlegbar sein, kenne aber genug Beispiele wo entsprechende Wachen von Ortswehren nur knapp einen Kilometer auseinanderliegen, dort würde ist logischerweise gut klappen und auch noch die Hilfsfrist wäre haltbar. Übrigends genanntes Beispiel mit den drei Feuerwehren, das sind zwei Feuerwehren aus einer Gemeinde und eine Feuerwehr der Nachbargemeinde. Wie das aber alles mit Finanzierung und so weiter geregelt ist kann ich dir nicht sagen.

    Mir bekanntes Beispiel ist die Feuerwehr Ellbachtal im Landkreis Heilbronn. Feuerwehrzweckverband (ganz klare Regelung wurden aufgestellt etc) der ehemaligen Wehren Ellhofen und Lehrensteinsfeld. Zusammen ein neues FwHaus gebaut. Auch dort gab es viele Probleme. Gleicht deinem Beispiel. Die beiden Orte haben zusammen 6290 Einwohner und 51 Aktive. Beide Wehren hatten vorher um die 30 Aktive neben einen MTW ein (H)LF 10 und ein weiteres Fahrzeug (LF 8 u. TLF 8/18). Heute steht man mit MTW, 2x (H)LF 10, GW-L2 und TLF 3000 da und eben o.g. Anzahl was deutlich Leistungsfähiger ist (33 AGT ist vllt. auch ein Stichwort kann sich jeder ausrechnen das im Schnitt 15 übrig bleiben das ist Tagsüber schon kritisch)


    Ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit sind Sipplingen (Bodenseekreis/FN) und Bodman-Ludwigshafen (KN) die auch über die Kreisgrenzen gemeinsam agieren. Kann wenn man will!

    wo würdest du eher eintreten? In eine Wehr mit 30 Jahre alten TSF in einer alten Scheune oder eine Wehr mit schicken LF 10/MLF, einen MTW und einer schönen modernen Wache?

    Ist ja wohl klar.. aber das ist Politikum das man immer bis aufs äußerte geht. Das die neuere Technik nicht mehr 30 Jahre hält ist glaube ich vielen nicht klar..

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  • @Heros 22/51: Welcher Schichtarbeiter geht Vormittags nicht zur Feuerwehr wenn der Melder geht, weil er sich ausruhen muss? Steht nachts demnächst dann keiner mehr auf, weil sich diese auch ausruhen müssen für die Arbeit :D Also das Argument kann ich nicht zählen
    Müsste halt dann ggf. den gesetzlichen Rahmen schaffen aber prinzipiell ist es ja in Form einer Aufwandsentschädigung ja heute schon möglich (z.B. 5 Euro pro Stunde Einsatzbereitschaft)


    Ist aber nicht überall so das diese beamtet sind, kommt vielleicht auch aufs Bundesland an, aber bei uns wurde soweit ich weis auch in diesen "kleineren" Städten BF´s geschaffen, damit die Kräfte entsprechende Ausbildung haben und verbeamtet werden können.


    Für solche Kommunen war die Idee mit der Bereitschaft an der Wache auch mehr oder weniger gedacht bei 1- maximal 4 Einsätzen in der Woche macht es halt keinen Sinn hauptamtliche Kräfte einzustellen, natürlich sollte man dann eigentlich auch eher Kräfte bei Bauhof, Verwaltung... beschäftigen, war nur mal ein Gedankenspiel was theoretisch relativ einfach möglich wäre ohne massive Kosten zu verursachen.


    Falsch wenn es nur reine Gerätewarte sind, sind die Stellen nicht doppelt oder dreifach besetzt. Bei deiner genannten Lösung mit 4 Kräften, würde schon bedeuten ich müsste 12 Kräfte einstellen, bei 6 Kräften schon 18 Kameraden, das sind Personalkosten im Millionenbereich, selbst wenn die Wehr nur von 6-18 Uhr im Dienst wären. Und somit nicht wirklich eine sinnvolle Lösung.
    Die perfekte Lösung wird es da sicher so oder so nicht geben.


    Ist bei uns nicht möglich, da mindestens Gruppenstärke ausrücken muss zu Türöffnungen, Ölspuren etc., also käme man mit 4 Kräften nicht wirklich weiter.
    Wie gesagt ist dann eher die Möglichkeit die Kräfte anderweitig an der Kommune einzustellen, so das diese normale Aufgaben in der Verwaltung, Bauhof etc. besetzen und im Einsatzfall schnell ausrücken können, ist ja dann auch schon in gewisser Weise eine "hauptamtliche Wache".


    Naja ist aber aufgrund der Kosten für Feuerwehrfahrzeuge leider nicht anders möglich und da ist es auch wirklich egal ob Dorffeuerwehr oder größere Stadt (hier müssen dann nämlich mehrere Löschfahrzeuge und auch Sonderfahrzeuge vorgehalten werden), Sammelbeschaffungen von Normfahrzeugen würden hier schon deutlich helfen, anstatt sich jede Klitsche aufgrund ihrer "einzigartigen und speziellen Örtlichen Begebenheiten" ein eigene Löschfahrzeug zusammenschustert.

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  • @Dumpfbacke: Ja wie erwähnt ist es halt immer so eine Sache, kennen aber auch genug Beispiele wo alle beteiligten Wehren das wollten und auch Negativbeispiele wo Kameraden von Ortswehren komplett aufgehört haben.
    Frage mich halt warum diese in der Feuerwehr sind, wenn sie austreten, weil sie plötzlich mit den Kollegen in C-Dorf zusammen in einer Wache sind.
    Bin aber der Meinung solche Probleme könnte man mit entsprechenden frühzeitigen Planungen aus der Welt schaffen. Klar ist wie auch bei allen anderen Entscheidungen und Sachen nie werden alle Kameraden zufrieden sein.
    Wer aber schon seine Feuerwehr als Dorfverein sieht, da weis man das diese Kameraden wohl eher zum feiern in der Wehr sind als ernsthaft Leuten helfen zu wollen.
    Leider gibt es bei vielen Kameraden noch das denken "Mein Feuer will ich alleine löschen", "Die Kameraden aus B-Stadt konnten wir noch nie leiden..."

    Ich sehe es komplett anders. Ja, Feuerwehr ist kein Dorfverein und auch keine Partygruppe, zumindest sollte es nicht so sein. Aber eine Freiwillige Feuerwehr hat den Charakter eines Vereins, in den ich eintrete, weil es mir gesellschaftlich dort passt.
    Das Sozialgefüge in der FF ist meiner Meinung nach das A und O für eine funktionsfähige Wehr und genau das kann man mit dem Zusammenlegen mehrerer Abteilungen zerstören.
    Ich persönlich würde mir auch überlegen, ob ich die Zusammenlegung mit den Nachbarwehren akzeptieren werde, wenn das mal kommen sollte.
    Ich mach es ja in meiner Freizeit und wenn ich was in meiner Freizeit mache, dann muss ich mich auch in der Umgebung wohl fühlen, sonst habe ich für mich persönlich Besseres zutun, als mir Nachts die Psyche kaputt zu machen, während ich Hirnmasse aus dem Gleisbett sammle.


    Ist klingt zwar banal, aber eben bei eng gedrängten FFen gibt es entweder eine sehr gute Partnerschaft oder eben das genau Gegenteil, so Mittelwege habe ich selten erlebt.
    Gibt ja nicht umsonst Feuerwehr-Wettkämpfe ;)

  • @Klingelwache: Ist immer gut wenn es mehrere Meinungen gibt, wie langweilig wäre die Welt denn wenn alle die selber Meinung hätte und den selben Geschmack hätten :)


    Klar hat es den Charakter eines Vereines, aber selbst "normale" Verein wie kleinere Fußballvereine, Karnevalsvereinigungen etc. arbeiten ja mittlerweile zusammen oder haben sich zusammengeschlossen um genug Leute zu haben. Natürlich ist das Sozialgefüge wichtig und die Zusammenlegung sollte über mehrere Jahre langsam erfolgen (1. Jahr gemeinsame Ausbildungen um sich kennenzulernen, 2. Jahr nur noch zusammen ausrücken, 3. Jahr Baubeginn, 4. Jahr Wachen fertigstellen, 5. Jahr zusammen einziehen (Unterteilung in ortswehren bleibt erstmal aber Dienste und Einsätze werden gemeinsam durchgeführt) , 7. Jahr Zusammenlegen der Ortswehren <- ist natürlich nur ein Gedankenspiel keine feste grundlegende Reihenfolge)
    Klar macht man Feuerwehr als Hobby nebenbei (wenn man nicht dort auch beruflich tätig ist) und man sollte sich wohlfühlen, aber wenn man nur in der Feuerwehr ist, weil es ein so schöner Dorfverein ist und es so schöne Feste zum besaufen gibt und nicht mich als Kraft der BOS fühle, habe ich in der Feuerwehr nichts zu suchen.


    Wer heutzutage nicht mit anderen Feuerwehren kann sollte sich direkt in den Status 6 begeben, selbst wir als Stadtfeuerwehr mit zwei großen Ortswehren kommen vorallem tagsüber an unsere Personalgrenzen und müssen bei größeren Einsätzen auch auswertige Kräfte anfordern, was noch recht selten ist, aber zukünftig sicherlich zunehmen wird, da auch wir nicht mehr Mitglieder bekommen werden.
    Leider ist die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden meist eher schlecht als Recht.
    Du wirst es nicht glauben aber unsere beiden Ortswehren waren auch mal quasi "Erzfeinde" und mittlerweile ist daraus eine gute Patnerschaft geworden, aber ist natürlich was anderes als wenn unserer Wehren zusammengelegt wären worden. Vorurteile können also schnell abgebaut werden.
    Wie gesagt sollten solche Zusammenlegungen mit gemeinsamer Wache langsam stattfinden und von langer Hand geplant sein, sowie die Kameraden von dem ganzen überzeugt werden.

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  • Der Ansatz ist gut mit der Aufteilung, ob man dafür nun 7 Jahre brauch, sei mal dahin gestellt, kommt dann eventuell auf Einsatzzahlen und Co. an.
    Mit anderen Feuerwehren "nicht können" ist ja auch immer so eine Sache. Im Prinzip läuft es ja, aber es gibt halt so ein paar Dinge, wo man sich einfach nur an den Kopf fassen kann, also von beiden Seiten her. Aus meiner eigenen Umgebung kann ich da nicht viel gutes Berichten.
    Es fängt ja schon mit so banalen Sachen wie neue Mitglieder an, die eigentlich aus einem anderen Einzugsbereich kommen, aber wegen einem Freund in Wehr X da auch hinwollen und es auch zeitgemäß zum Gerätehaus schaffen würden, obwohl sie eigentlich zur Wehr Y gehören müssten. Da gibt es dann Anfeindungen wie "Mitglieder klau" etc., was dann halt total überflüssig ist.
    Ich bin einfach da der Meinung, dass man in die Wehr geht, bei der man am besten Fuß fassen kann und dass ist i.d.R. die, bei der man schon jemanden kennt. Sowas wird bei uns z.B. dann kaputt reguliert, dass sich Kameraden z.B. nicht nach einem Umzug (innerhalb der vorigen Gegend) ummelden bei der Feuerwehr, damit sie ihrer Wehr angehörig bleiben können.
    Nur mal so zur Lage bei mir: Ich kann 4 Gerätehäuser innerhalb von 4 Kilometer Fahrweg erreichen, also sehr hohe Dichte.


    Um zum eigentlich ober Thema zurück zu kommen.
    Die Freiwillige Feuerwehr ist aktuell unverzichtbar für deutsche Gemeinden und Städte und wird es auch über viele Jahre bleiben.
    Wie wir sie retten können ist ja so eine Sache. Ich bin der Meinung, dass es sehr, sehr wichtig ist die Jugendlich rechtzeitig an die Feuerwehr zu binden und im Idealfall die Grundausbildung vor einer beruflichen Ausbildung abzuschließen, aus der Umgebung kenne ich viele, die aufgrund der Doppelbelastung zweier Ausbildungen sich dann für das Berufliche entschieden haben und die Feuerwehr dann eben hinten runter fiel.


    Ich bin auch der Meinung, dass es bei den Freiwilligen Feuerwehren, vor allem in städtischen Wehren, ob jetzt Großstadt, Kleinstadt oder größere Gemeinde langfristig nichts mehr ohne Aufwandsentschädigung, in Form von Geld, funktioniert.
    Ich kenne Großstadtwehren, die mehr als 400x jährlich alarmiert werden, bei den es keine Schleifen/Gruppen etc. gibt, weil sowas seitens der Führung nicht gewollt ist und da verstehe ich es durchaus, wenn man da irgendwann vor kapituliert oder gar nicht erst Mitglied wird. Spätestens wenn du zum 12x in der Woche zur selben Brandmeldeanlage fährst, fragst du dich eigentlich, warum du es machst, so ganz ohne Bezahlung...
    Ich kenne das Phänomen aus der eigenen Wehr ganz gut, beim ersten Rücker am Tag sind sie alle da, beim zweiten Rücker fehlen schon die ersten zwei und spätestens beim fünften Rücker fehlt die Hälfte, weil es zu blöd wird, dauernd für Nichts ans Gerätehaus zu hetzen.


    Das Ehrenamt ist das höchste Gut in der deutschen Gesellschaft. Ohne Ehrenamt wäre Deutschland (auch andere Länder) nicht da, wo es jetzt ist und genau in dieser Zeit (Pandemie) stellt man gerade fest, dass das einzige was nicht auseinander bricht die Freiwillige Feuerwehr ist, zumindest ist das mein Gefühl.
    Nur muss die Politik dies mal merken und sich dementsprechend verhalten, denn ohne Ehrenamt sieht es dann ganz schnell ganz anders aus.

  • Das Ehrenamt ist das höchste Gut in der deutschen Gesellschaft. Ohne Ehrenamt wäre Deutschland (auch andere Länder) nicht da, wo es jetzt ist und genau in dieser Zeit (Pandemie) stellt man gerade fest, dass das einzige was nicht auseinander bricht die Freiwillige Feuerwehr ist, zumindest ist das mein Gefühl.
    Nur muss die Politik dies mal merken und sich dementsprechend verhalten, denn ohne Ehrenamt sieht es dann ganz schnell ganz anders aus.


    Was bricht den gerade wo auseinander? Zumindest bei uns haben wir stand jetzt deutlich weniger Einsätze, nur knapp 1/3 der letztjährigen Übungsdienste und wenig Arbeitsdienste oder Feuerwehrfeste in der Nachbarschaft. Kurz um, so wenig Feuerwehr wie heute hatten wir wohl noch nie. Auch wenn unser Verband das gerne anders sieht, aber in der Pandemie haben viele andere deutlich mehr dazu beigetragen das wir heute da stehen wo wir stehen.

    "Ich habe unseren alten Freund Udo Lattek in der Halbzeit gesehen,.... er hat geweint."
    Karl-Heinz Rummenigge am Abend des 8. April 2009 in Barcelona

  • @Klingelwache: Wie erwähnt war die Aufteilung nur eine Vorlage und die Jahresanzahl frei gewählt, muss im Einzelfall entschieden werden, wann man welchen Schritt geht.
    Ja da kann ich dir auch so einiges erzählen, was hier so Feuerwehren machen, aber das würde ein Buch füllen :D Miteinander können ist halt so ne Sache, gibt hier sogar Gemeinden wo sich einzelne Ortswehren untereinander nicht verstehen oder es selbst innerhalb der Wehr mehrere Lager gibt, die gegeneinander ist.
    Und über die Gemeindegrenzen hinaus ist auch so eines Sache, da gibt es gute und schlechte Beispiele, im Einsatzfall läuft es schon wenn man mal zusammenarbeiten (muss).
    Naja man sollte schon in der Wehr aktiv sein wo man auch seinen Wohnsitz hat, hat man natürlich seinen Arbeitsplatz zusätzlich noch woanders und vlt. noch eine Freundin in einem anderen Ort und ist auch da häufiger auch mal länger Zeit könnte man auch da Mitglied sein.
    Ist der Wohnsitz natürlich am Ortsrand und die Nachbarwehr somit näher macht es ggf. auch Sinn eher dort Mitglied zu sein, aber in der Regel im Wohnort halt.
    Und ebend bei solch einer Dichte macht es Sinn daraus 2 oder nur 1 Wehr zu machen und diese dann dadurch auch besser ausstatten zu können.
    Und natürlich sollte man sich dabei gut fühlen, wenn einem das Klima oder das Hobby nichts ist sollte man sich was anderes suchen oder evtl. eine andere Wehr begutachten (dann aber auch einen Umzug in Kauf nehmen ggf.)


    Naja ja wir haben das flächendeckendeste Netz von Feuerwehren auf der ganzen Welt und zum größten Teil auf ehrenamtlicher Basis, aber ob eine TSA-Wehr noch einen sinnvollen Einsatzwert hat, ob jedes Dorf eine eigene Wehr braucht etc. ist halt auch eine Frage.
    So oder so wird es in 20 Jahren weniger Feuerwehrstandorte geben als heute und eine Wehrschließung sollte immer das letzte Mittel der Wahl sein.
    Aber ein Umdenken durch die Corona-Pandemie im Bereich der Feuerwehr sehe ich da nicht.


    @FFWMOG: Hat da halt Recht, ausser das wir nicht weniger Einsätze hatten, mal abgesehen das dieses Jahr bis jetzt Sturm/Unwetterarm war und dadurch ein paar weniger Einsätze waren.
    Ausser einigen Ausbildungsdiensten ist ja so gut wie alles ausgefallen, da haben Pflege, Ärzte, Rettung, Gesundheitsämter... deutlich mehr geleistet.

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    MFG Maxxam

  • Was bricht den gerade wo auseinander? Zumindest bei uns haben wir stand jetzt deutlich weniger Einsätze, nur knapp 1/3 der letztjährigen Übungsdienste und wenig Arbeitsdienste oder Feuerwehrfeste in der Nachbarschaft. Kurz um, so wenig Feuerwehr wie heute hatten wir wohl noch nie. Auch wenn unser Verband das gerne anders sieht, aber in der Pandemie haben viele andere deutlich mehr dazu beigetragen das wir heute da stehen wo wir stehen.

    Ich rede nicht von der Arbeit in direkter Beteiligung der Pandemie, sondern vom gemeinschaftlichen Bestehen in dieser Pandemie und da gehört schon Einiges zu. Mal abgesehen davon dass unser Gesundheitssystem nicht auf dem Ehrenamt (außer Kat-Fall mit SEGs etc) steht, im Gegensatz zur Gefahrenabwehr, wie es die Feuerwehr oder das THW tut.
    Die Feuerwehren leisten trotzdem oder gerade deswegen außerordentliche Arbeit, für die es zwingend ein Gemeinschaftsgefühl brauch, aber dieses nicht gepflegt werden kann.
    Dieses Fortbestehen sehe ich in vielen ehrenamtlich geprägten Gebieten leider nicht in diesem Maße. Meiner Meinung nach.


    Bei uns hat sich nicht wirklich was getan an den Einsatzzahlen. Anfang des Jahres war anscheinend eine kurze Schockstarre in der Stadt, aber danach hat man diese "Pause" jetzt wieder aufgeholt und wir sind überdurchschnittlich unterwegs.


    Dass unser Gesundheitssystem gerade was ganz anderes leistet ist denke ich klar, das steht auf einem anderen Blatt und da kann man auch ein eigenes Thema öffnen.

    Naja ja wir haben das flächendeckendeste Netz von Feuerwehren auf der ganzen Welt und zum größten Teil auf ehrenamtlicher Basis, aber ob eine TSA-Wehr noch einen sinnvollen Einsatzwert hat, ob jedes Dorf eine eigene Wehr braucht etc. ist halt auch eine Frage.


    So oder so wird es in 20 Jahren weniger Feuerwehrstandorte geben als heute und eine Wehrschließung sollte immer das letzte Mittel der Wahl sein.
    Aber ein Umdenken durch die Corona-Pandemie im Bereich der Feuerwehr sehe ich da nicht.

    Aber nirgends ist die Freiwillige Feuerwehr aber so flächendeckend und gesellschaftlich integriert. Hier sind die Feuerwehren teilweise die einzigen Veranstalter/Unterstützer im Dorf, was Tanzabende, Umzugsbegleitungen etc. pp. anbelangt. Das leistet keine andere Organisation innerdeutsch, noch andere Feuerwehren außerhalb, zumindest entzieht sich das meiner Kenntnis.



    Bzgl. TSA-Wehren.
    Das ist ein Thema, was ich ohnehin schon immer hinterfragt habe, seit dem ich mich mit Feuerwehr beschäftige.
    TSA-Wehren haben ja eigentlich das einzige Ziel den aktiven Brandschutz und auch wirklich nur diesen sicher zu stellen.
    Spätestens seit dem es Atemschutzgeräte gibt, ist diese Aufgabe aber fragwürdig, wenn mindestens 50% der TSA Wehren keine Atemschutzgeräteträger haben, was aber zur Brandbekämpfung einfach als Standard gehört.
    Da ich aber selber Großstadt-Feuerwehrangehöriger bin und hier mindestens ein LF20 im Stall steht, möchte ich das nicht tiefer beurteilen. Aber selbst in der Peripherie der Stadt, kommt jede kleine Ortswehr auf mindestens ein TSF-W, selten mal auf ein TSF und kann somit i.d.R. auch einen angemessenen Innenangriff, geschweige Menschenrettung durchführen.

  • Ich bin auch der Meinung, dass es bei den Freiwilligen Feuerwehren, vor allem in städtischen Wehren, ob jetzt Großstadt, Kleinstadt oder größere Gemeinde langfristig nichts mehr ohne Aufwandsentschädigung, in Form von Geld, funktioniert.
    Ich kenne Großstadtwehren, die mehr als 400x jährlich alarmiert werden, bei den es keine Schleifen/Gruppen etc. gibt, weil sowas seitens der Führung nicht gewollt ist und da verstehe ich es durchaus, wenn man da irgendwann vor kapituliert oder gar nicht erst Mitglied wird. Spätestens wenn du zum 12x in der Woche zur selben Brandmeldeanlage fährst, fragst du dich eigentlich, warum du es machst, so ganz ohne Bezahlung...
    Ich kenne das Phänomen aus der eigenen Wehr ganz gut, beim ersten Rücker am Tag sind sie alle da, beim zweiten Rücker fehlen schon die ersten zwei und spätestens beim fünften Rücker fehlt die Hälfte, weil es zu blöd wird, dauernd für Nichts ans Gerätehaus zu hetzen.


    Das Ehrenamt ist das höchste Gut in der deutschen Gesellschaft. Ohne Ehrenamt wäre Deutschland (auch andere Länder) nicht da, wo es jetzt ist und genau in dieser Zeit (Pandemie) stellt man gerade fest, dass das einzige was nicht auseinander bricht die Freiwillige Feuerwehr ist, zumindest ist das mein Gefühl.


    Genau. Selbst die Einsatzverrückten (positiv gemeint) können halt auch nicht 5x vorm Chef sagen.. nur Fehlalarm BMA.. das ist dem auch zu Blöd..
    Das ganze ist aber mehr ein Politischer Weg. Außer Feuerwehr(THW) ist alles Vereinlich organisiert.. da ist es wirklich die Gleitzeit oder das Verständnis vom Arbeitgeber wo dann greift.. oder eben auch nicht...
    Ei
    Dein Gefühl trügt nicht aber dieses System ist massiv geschwächt. Es mag vllt. in Großstädten sauber funktionieren aber irgendwo braucht man die Übungsdienste damit man viele Sachen einfach nicht vergisst. Es klingt halt banal aber wenn du 10x jeden Geräteraum aufgemacht hast weißt du was wo liegt.. zumindest das wichtigste und im Einsatzfall hektisch ums Auto laufen ist mega schlecht.
    Auch das wegfallen der G26.3 Belastungsübungen (AS-Strecke) ist ein Thema was je nach Dauer der Pandemie kritisch zu sehen ist. Auch der Wegfall vom Ausbildungsangebot (Landesfeuerwehrschule seit März kein Ausbildungsbetrieb) verschiebt vieles nachhinten und in einigen Kommunen benötigt man aber dringend diese Einsatzkräfte mit solchen Ausbildungen - schlecht.
    Auch beim BF-Personal fehlende RS-Qualifikation nach der B1-Phase weil kein Klinik-Praktikum möglich. Wirft vieles durcheinander.


    Zumindest bei uns haben wir stand jetzt deutlich weniger Einsätze, nur knapp 1/3 der letztjährigen Übungsdienste und wenig Arbeitsdienste oder Feuerwehrfeste in der Nachbarschaft.

    Ist das jetzt gut oder schlecht? Die Einsätze ok. Das mag gut sein aber was wird die Folge sein? Viele Fehler und Versäumnisse in dieser Krise wird man schnell beheben werden bzw. das Ziel verfolgen sollte sowas in 1 Jahr z.B. nochmal passieren das man deutlich besser vorbereitet ist. Das führt zu Wirtschaftswachstum = wieder mehr Einsätze.
    Arbeitsdienste oder auch Trinkfeste kann man getrost drauf verzichten... auf gute Feste mit Nachbarn (heißt nicht Trinkerei..!) vllt. nicht unbedingt aber man wird es verkraften wenn man das neue Auto erst ein Jahr später sieht..
    Aber die Grundübungsdienste brauchen wir.

    Nur mal so zur Lage bei mir: Ich kann 4 Gerätehäuser innerhalb von 4 Kilometer Fahrweg erreichen, also sehr hohe Dichte.

    Passt ja zur These das man irgendwann am Arbeits und Wohnort in der FF ist bzw. mal ein schnell gedachter Vorschlag für das Jahr 2050..
    Alternativ sogar in einer Gemeindefeuerwehr mit vernünftiger Digitalisierung der Zukunft aktive Kräfte um das Gerätehaus (Personenkreis) alarmiert werden. Klingt crazy.. wäre aber ganz einfach (und auch DSVGO konform möglich).
    Jeder Melder hat eine SIM-Karte
    auf dieser Karte wird ein Standort übermittelt
    Auf dem Melder wird hinterlegt welche Qualifikation und selber Auswählbar Verfügbar / bedingt / nicht Verfügbar.
    Leistellenrechner sendet Signal aus und das Signal zieht um das Gerätehaus seinen "Kreis" der immer größer wird bis er alle verfügbaren Kräfte mit passender Qualifikation hat + Reserve-Faktor. Bei Zeitkritischen Einsätzen zusätzlich/inkl. die bedingten.
    Bei Vollalarm/Nachalarm auch nicht verfügbar bzw. alle Angehörigen diesen Standortes. (Man hat weiterhin einen Ausbildungssgerätehaus / eine feste Zugehörigkeit aber das ausrücken erfolgt "frei")


    Gruß


    Im Gerätehaus gibt es dann z.B. Einsatzkleidung in entsprechender Größe geordnet die Umkleiden und dann geht es ab. Setzt natürlich entsprechende gleiche Fahrzeuge/Geräte voraus.

    Immer an das gute denken.. alles hat einen Sinn und ein Ende

  • @Klingelwache:


    Ja und da ist schon das Problem, ja das war früher so und es spricht ja nichts dagegen sich daran zu beteiligen, jedoch kann man dazu auch einen seperaten Dorfgemeinschaftsverein gründen und braucht nicht zwingend noch eine eigene Feuerwehr dafür. Feuerwehr hat eine grundlegende und wichtige Aufgabe, so zusätzliche Arbeiten macht jede Wehr und ist ja auch gut zur Mitgliederwerbung, aber aus diesem Grund eine Zusammenlegung zum Aufrechterhalten der Einsatzbereitschaft auszuschließen ist nicht durchdacht.


    Bei uns im Kreis gab es früher auch TSA-Wehren, soweit ich weis wurden die aber mittlerweile alle dicht gemacht, da durch moderne Technik, solche Wehren einfach nicht mehr notwendig sind.
    Das "Kleinste" was es bei uns im Umkreis noch vorhanden ist, ist ein Kombi mit einem MTW und dann ist der Einsatzwert schon massiv erhöht.
    Gibt mehrere Gründe gegen reine TSA-Wehren.
    Abdecken des mittlerweile kleinsten Einsatzbereiches, der reinen Brandbekämpfung (natürlich gibt es sicherlich auch die ein oder andere TSA-Wehr die auch Material für Unwetterschäden hat, aber die meisten ebend nicht), keine Funktechnik, kein Einsatzfahrzeug (gerade wenn es doch mal ins Nachbardorf geht), Abhängigkeit das immer ein Zugfahrzeug vorhanden ist, kein Atemschutz, was einfach notwendig ist für einen aktiven Brandschutz.
    Dort sind dann auch mal 50 von 100 Dorfbewohnern in der Feuerwehr, aber dort sind es dann auch wirklich Dorfvereine und da kann man auch einen entsprechenden seperaten gründen.
    Sollten mehrere solcher TSA im näheren Umkreis liegen kommt dann wieder der Punkt aus 2-3 TSA-Wehren eine Wehr mit MLF/TSF-W zu machen, welche dann auch einen wirklichen Einsatzzweck haben.
    S

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    MFG Maxxam

  • Bei uns ist nichts ausgefallen, was zur Erhaltung der Einsatzbereitschaft notwendig war/ist. Klinik-Praktika haben stattgefunden und auch AS-Strecke und Co. haben stattgefunden. Alles natürlich mit Hygienekonzept.



    Soll bei uns noch deutlich vor 2050 kommen. TETRA Melder mit der Funktion sind bereits in der Beschaffung.
    Viele sehen es aber kritisch, weil eben aktuell die Gerätehäuser einen zu klein Wäschepool haben, geschweige denn Platz. Dazu noch fehlende Stiefel und Helme, das sind Sachen, die sind nun mal personalisiert mit gutem hygienischen Grund. Außerdem platzt man dann mal auch in unbekannte Truppe rein, was irgendwie auch nicht richtig sein kann.
    Ich selber bin einmal mit einer anderen Wehr ausgerückt, weil ich gesehen habe, dass die Personalprobleme haben und habe mich Angeboten mitzukommen, aber so richtig überzeugt war da keiner, nichts desto trotz war ich dann dabei. Ich glaube nicht, dass das schnell die Regel wird, wenn es sich überhaupt etabliert.


    Anderes Problem ist, dass es bei uns Wehren mit Tageseinsatzbereitschaft gibt und Wehren ohne, wo zieht man da die Grenzen.
    Das Einzugsgebiet meiner Wehr ist Werktags rund 8x8km groß, Nachts und am Wochenende ist es nicht mal mehr ein Drittel so groß.
    Außerdem wird das bei Großschadenslagen oder Unwetterlagen ja auch mal schnell unübersichtlich, wenn der Melder innerhalb kurzer Zeit für drei unterschiedliche Wehren geht.

    Wieso sollte es nicht die Feuerwehr machen? Wenn sich die Freiwillige Feuerwehr nur auf den Einsatz/Übungsdienst bezieht, verliert sie genau den Charme den sie brauch, um überhaupt Mitglieder zu werben. Die Frage ist nur, wie viel braucht es davon tatsächlich?
    Rein von der Masse der Ehrenamtler kommt das bei Feuerwehr und Co ja nicht von Ungefähr, dass sie noch so viele Mitglieder haben, es ist doch genau dieser Charme des Gemeinschaftsleben, wie oben schon erwähnt.
    Der Einsatzdienst alleine schreckt doch mehr ab, als dass er aufgrund der Überzeugung an der Sache, Mitglieder gewinnt.


    Ich sehe da ein zwingende Verbindung, zwischen Feuerwehr und Veranstalter von Festen etc. pp. innerhalb eines Dorfes/Gemeinde/Stadtteil.
    Es gibt natürlich Dorfvereine, die es ganz gut kompensieren, aber diese brauchen auch ihre Mitglieder, aber die sind ja eigentlich schon in der Feuerwehr und da nahezu unverzichtbar und auf zwei Hochzeiten tanzt man eben auch nicht. Wer das kann, Respekt.
    Früher gab es da als Alternative noch die Schützenvereine, aber diese sterben ja auch aus, haben ja wirklich nun mal den Ruf eines Saufvereins und Waffen sind ja auch nicht mehr gern gesehen, egal zu welchem Zweck. Aber auch bei den Schützenfesten ist bei uns traditionell bis jetzt immer die Feuerwehr als Begleiter mit am Start, aber auch mit abnehmender Beteiligung.


    Ich schließ die Zusammenlegung nicht grundsätzlich aus, aber es gibt halt nicht ohne Grund genug Gegenstimmen und kritische FFler.
    Wer denen es versucht auszutreiben, verliert möglicherweise Mitglieder und ob er diese anders kompensieren kann ist in der aktuellen Phase mehr als fragwürdig.


    Im Prinzip muss jede einzelne Zusammenlegung genaustens geprüft werden.
    Ich behaupte mal, dass man Rund die Hälfte bis 65% aller FF-Standorte der Bundesrepublik einsparen kann, wenn man sie geschickt zusammen legt.
    Ob das dann auch 1 zu 1 die Mitgliedererhaltung bedeutet und somit die Stärkung der einzelnen Standorte, zweifle ich stark an und auch das notwendige Umdenken sehe ich in weiter Ferne.
    Ich persönlich bin ja schon skeptisch, aber wenn ich den Beitrag vom BR sehe, dann weiß, dass es da noch welche gibt, die da noch versteifter sind.


    Über den Einsatzwert einer TSA-Wehr kann man sicherlich an anderer Stelle mal tiefsinnig diskutieren. Da gibt es auch einiges, auch wenn es mit diesem Thema hier eng verbunden ist.

  • @Klingelwache: Wie erwähnt ist die Feuerwehr kein Verein wie ein Schützenverein oder Fußballverein es ist eine BOS! Klar ist die Teilnahme und Organisation von Festen auch wichtig, gerade um Mitglieder zu gewinnen.
    Die Masse ist halt relativ zu sehen, wenn man rechnet das maximal 50% einer Alarmierung folgen (können), es auch noch genug Karteileichen gibt etc.
    Wenn aber jemand vom Einsatzdienst abgeschreckt ist und nur um an Festen teilzunehmen in der FF ist, ist man da absolut fehl am Platz!


    Dann werden von dieser Wehr mit 50 Aktiven auch nur die bleiben die sich wirklich für die Feuerwehr interessieren und auch Ahnung von der Materie haben und nicht die die nur für Feiern dabei sind und den Rest halt so nebenbei noch machen. Dorfvereine wurden schon mehrere gegründet und sind dann für so ein Dorf was keine Feuerwehr mal hat eine gute Lösung.


    Die meisten Gegenargumente sind zu 100% wiederlegbar.


    Wie schonmal erwähnt sollte es halt langsam stattfinden, immer wieder das Gespräch gesucht werden, Vorteile und Nachteile durchgehen etc.
    Bin der Meinung das mindestens ein Großteil dadurch gehalten werden kann und nicht das Weite sucht.
    Wenn zwei Wehren gegen den Willen zwangszusammengelegt werden und innerhalb von einem Jahr in die neue gemeinsame Wache ziehen sollen, ist klar das dann fast alle austreten.
    Wie du sagst muss es auch in Bezug auf die Hilfsfrist getestet werden und auch andere Sachen (Gibt es geeeignete und sinnvolle Grundstücke?, Lohnt sich die Zusammenlegung....)


    MTW+TSA oder ein GW-TS ist vollkommen in Ordnung und was anderes, aber ein TSA ist einfach nicht mehr zeitgemäß als einzigstes "Einsatzfahrzeug"

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    MFG Maxxam

  • Ich rede nicht von der Arbeit in direkter Beteiligung der Pandemie, sondern vom gemeinschaftlichen Bestehen in dieser Pandemie und da gehört schon Einiges zu. Mal abgesehen davon dass unser Gesundheitssystem nicht auf dem Ehrenamt (außer Kat-Fall mit SEGs etc) steht, im Gegensatz zur Gefahrenabwehr, wie es die Feuerwehr oder das THW tut.Die Feuerwehren leisten trotzdem oder gerade deswegen außerordentliche Arbeit, für die es zwingend ein Gemeinschaftsgefühl brauch, aber dieses nicht gepflegt werden kann.
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    So ganz kann ich deine Meinung nicht teilen. Die Feuerwehr ist mit Sicherheit wichtig aber sie ist auch nur ein Rädchen in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben. Gerade die Pandemie hat es wieder gezeigt. Wenn es drauf ankommt können wir auch wieder zusammenrücken, es gibt einen frei organisierten Einkaufsdienst für Risikogruppen, für ausgefallene Veranstaltungen wie Kirmes oder St Martin wurde zumindest versucht ein alternatives Programm durchzuführen. Und auch abseits der Pandemie machen sich hier viele Menschen oft ungesehen Arbeit um unsere Gesellschaft.


    Wenn ihr ein besonders großes Gemeinschaftsgefühl in euer Wehr habt so freut es mich ehrlich für euch, da das leider nicht die Regel mehr ist. Ich kenne das Gegenteil leider auch aus meiner eigenen Wehr, wo es dann ab und an einfach nur pure Pflichterfüllung ist. Ähnliches kenne ich auch aus anderen Wehren und selbst unser Dachverband hat sich ja im letzten Jahr nicht sonderlich mit Ruhm in der Außendarstellung bekleckert. Auch das zeigt für mich einmal mehr das es oft genug nur um die Macht und Einfluss einiger weniger auf kosten der Mehrheit oder gar der Bürger geht. Daher rührt vielleicht auch ab und an mein Pessimismus in meinen Beiträgen ;)



    Ist das jetzt gut oder schlecht? Die Einsätze ok. Das mag gut sein aber was wird die Folge sein? Viele Fehler und Versäumnisse in dieser Krise wird man schnell beheben werden bzw. das Ziel verfolgen sollte sowas in 1 Jahr z.B. nochmal passieren das man deutlich besser vorbereitet ist. Das führt zu Wirtschaftswachstum = wieder mehr Einsätze.Arbeitsdienste oder auch Trinkfeste kann man getrost drauf verzichten... auf gute Feste mit Nachbarn (heißt nicht Trinkerei..!) vllt. nicht unbedingt aber man wird es verkraften wenn man das neue Auto erst ein Jahr später sieht..
    Aber die Grundübungsdienste brauchen wir.

    Natürlich ist das nur schlecht, ob sich aber was ändern wird? Theoretisch müssten ja nächsten Jahr die Dienste nachgeholt werden, praktisch wohl (meistens) aber nicht. Ob man Feste nachholt oder nicht ist mir persönlich allerdings egal, Sonntags habe ich andere Lieblingsbeschäftigungen, da müssen andere Feiern.

    "Ich habe unseren alten Freund Udo Lattek in der Halbzeit gesehen,.... er hat geweint."
    Karl-Heinz Rummenigge am Abend des 8. April 2009 in Barcelona

  • @FFWMOG:Naja so ein Einkaufsdienst gab es eher sehr vereinzelt und ist gerade in Bezug auf Einsatzbereitschaft erhalten schon teilweise mal kritisch zu hinterfragen.
    Und bei uns sind alle Festlichkeiten (Jahrmarkt, Weihnachtsmarkt...) ersatzlos ausgefallen.


    Naja der grobe Zusammenhalt sollte schon gegeben sein, kenne natürlich auch einige Negativbeispiele, aber zumindestens bei uns ist der Zusammenhalt innerhalb der einzelnen (Orts-)Feuerwehren meistens vorhanden, da gibt es eher Probleme mit den "anderen" (Orts-)Feuerwehren.
    Ohne Zusammenhalt zerbricht die Feuerwehr auf Dauer, was auch nicht mal für die "reine Pflichterfüllung" ausreichend sein kann.
    In kleineren Wehren mit nur 10-15 Kräften ist natürlich der Zusammenhalt auch ganz anders wie bei Stadtwehren mit 50, 70 oder noch mehr Mitgliedern.


    Und nachholen naja Jubiläum sollte man nachholen, aber andere Festlichkeiten nachholen, gerade wenn diese eh jährlich sind halte ich für unsinnig und naja es geht auch mal ein (paar) Jahr(e) auch ohne solche Festlichkeiten, auch wenn es schwer fällt.
    Dienste werden wohl auch kaum nachgeholt werden können, Lehrgänge sind ja so schon lange leider Mangelware auf den Feuerwehrschulen und durch die ausgefallenen Lehrgänge und den in der Zwischenzeit noch aufgekommenden Bedarf, wird es wohl noch schwerer werden einen Lehrgang zu bekommen.
    Der Bedarf besteht ja leider nicht erst seit gestern..

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